Zeitgeschehen

Das Gespräch

Dialoge mit Monokulturen im Supermarkt

Kunde A:
(zu seinem Enkel) „Wollen wir uns heute mal Neg**küsse gönnen?“
Kunde B:
„Entschuldigung, dieses Wort sollte man nicht mehr benutzen.“
A:
„Was, wie? Welches Wort?“
B:
„Das N-Wort. Diese Schokodinger heißen ja auch Schaumküsse.“
A:
„Aber ich hab doch nur Neg**küsse gesagt. Ich hab doch nicht Sie gemeint!“
B:
„Ja, das haben Sie gesagt. Wen oder was Sie damit meinen, spielt keine Rolle. Es ist unangemessen und noch dazu in meiner Gegenwart auch unhöflich.“
A:
„Haben Sie mich belauscht?“
B:
„Nein, aber es war nicht zu überhören.“
A:
„Und was wollen Sie nun von mir?“
B:
„Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass dieses Wort nicht mehr zeitgemäß und vor allem beleidigend ist.“
A:
„Das ist doch Ihr Problem, wenn Sie sich beleidigt fühlen!“
B:
„Richtig, deswegen spreche ich mit Ihnen, damit Sie wissen, wie es auf dunkelhäutige Menschen wirkt.“
A:
„Das ist mir doch egal, ich hab schon immer Neg**küsse gesagt und werd' das wegen Ihnen nicht ändern. Wo kämen wir denn da hin, wenn ihr jetzt schon bestimmt, wie wir sprechen sollen!“
B:
„Wen meinen Sie mit ‚ihr‘?“
A:
„Na ihr Ausländer, ihr Afrikaner, oder was weiß ich, wo Sie herkommen!!“
B:
„Ich bin in Hamburg geboren. Aber das spielt auch keine Rolle. Dieses N-Wort ist sehr verletzend.“
A:
„Ich hab früher Neg**kuss gesagt und sag das auch weiter!!! Und was geht Sie das eigentlich an, wie ich rede?“
B:
„Im Grunde nichts. Ich hatte gehofft, Sie dafür zu sensibilisieren, was Sie Ihrem Enkelkind unbewusst vermitteln.“
A:
„Häh, was? Jetzt hören Sie mir mal gut zu, junger Mann. Ich war schon oft im Ausland und hab mich da immer anständig benommen. In Griechenland und in Costa Rica zum Beispiel. Ich hab mich da sehr für die Kultur und Geschichte interessiert. Meine Frau hat in Ägypten sogar ein Kopftuch getragen, aus Respekt vor der Kultur. Aber Sie wollen mich hier als Rassisten abstempeln?“
B:
„Das ist doch wunderbar. Dann können Sie sich offenbar auf andere Menschen und ihre Geschichte einstellen.“
A:
„Was soll das denn jetzt heißen?“
B:
„Ich dachte nur, vielleicht klappt es hier ja auch.“
Enkel:
„Opa, können wir zwei Packungen nehmen?“
A:
Er sieht sie an. „Was?“
Das Mädchen legt zwei Packungen in den Wagen.
Enkel:
„Schaumküsse. Eine für uns und eine für den Mann.“

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