Naturwissenschaft
Physik - Teil 1
Vorwort
Mein Interesse für die Naturwissenschaften wurde vermutlich mit Beginn meines Physikunterrichtes durch einen sehr
charismatischen Lehrer geweckt, der dies auch erkannte und förderte. Schon recht früh in dieser Phase stellte ich
für mich fest, dass die Physik ein faszinierendes Gebiet ist, das in der Lage scheint, die großartigen Dinge dieser
Welt zu erklären. Die Physik erschien mir sachlich, verständlich und logisch und im Gegensatz zu meinen Mitschülern
empfand sie ganz und gar nicht als trocken. Keines der anderen naturwissenschaftlichen Fächer übte so einen Reiz auf
mich aus wie die Physik. Ich empfand die Chemie und noch mehr die Biologie mehr als Ergänzung, als nicht zwingend
notwendiges Beiwerk und bestenfalls als spezielle Fachrichtungen dieser einzigartigen Wissenschaft; die Mathematik
betrachtete ich als unumgängliches, wichtiges Handwerkszeug der Naturwissenschaft.
Ich war der Meinung – und bin es noch heute zum Teil –, dass man bei intensiver und detaillierter Untersuchung eines Vorgang in der Natur letztendlich und zwangsläufig immer wieder zur Physik gelangt. Dieses Interesse ist bis heute erhalten geblieben, auch wenn ich inzwischen andere Bereiche des Lebens ebenso zu schätzen weiß. Zu meiner Überraschung konnte ich viele Jahre später in einem Buch von Stephen Hawking lesen, dass es ihm in seiner Jugend ganz ähnlich erging, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass er seine Passion zum Beruf machte.
Schon in der neunten und zehnten Klasse (in der ich zusätzlich Astronomie gelehrt bekam) machte ich mir eingängige Gedanken über den Charakter des Lichtes. Ich verstand bestimmte Phänomene im Zusammenhang mit dieser Energieerscheinung nicht und nervte adoleszenz-typisch meine Umwelt mit Fragen wie "Warum kann ein Lichtstrahl durch die Masse der Sonne abgelenkt werden, wenn Licht doch masselose Energie ist? Gravitation wirkt doch lediglich auf Massen, oder?" Dass ausgerechnet Einsteins Relativitätstheorie die Erklärung liefern sollte, wurde mir erst viele Jahre später deutlich. Solange hat mich dieses Problem beschäftigt. Heute bedauere ich manchmal, die Lösung meiner Frage nicht eher gesucht zu haben. Da es möglicherweise anderen Leuten ebenso ergeht und sie nicht die Muße haben, eine komplizierte Definition zu lesen, möchte ich hier versuchen, eine verständliche Erklärung der Einsteinschen Entdeckungen zu geben.
Ich war der Meinung – und bin es noch heute zum Teil –, dass man bei intensiver und detaillierter Untersuchung eines Vorgang in der Natur letztendlich und zwangsläufig immer wieder zur Physik gelangt. Dieses Interesse ist bis heute erhalten geblieben, auch wenn ich inzwischen andere Bereiche des Lebens ebenso zu schätzen weiß. Zu meiner Überraschung konnte ich viele Jahre später in einem Buch von Stephen Hawking lesen, dass es ihm in seiner Jugend ganz ähnlich erging, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass er seine Passion zum Beruf machte.
Schon in der neunten und zehnten Klasse (in der ich zusätzlich Astronomie gelehrt bekam) machte ich mir eingängige Gedanken über den Charakter des Lichtes. Ich verstand bestimmte Phänomene im Zusammenhang mit dieser Energieerscheinung nicht und nervte adoleszenz-typisch meine Umwelt mit Fragen wie "Warum kann ein Lichtstrahl durch die Masse der Sonne abgelenkt werden, wenn Licht doch masselose Energie ist? Gravitation wirkt doch lediglich auf Massen, oder?" Dass ausgerechnet Einsteins Relativitätstheorie die Erklärung liefern sollte, wurde mir erst viele Jahre später deutlich. Solange hat mich dieses Problem beschäftigt. Heute bedauere ich manchmal, die Lösung meiner Frage nicht eher gesucht zu haben. Da es möglicherweise anderen Leuten ebenso ergeht und sie nicht die Muße haben, eine komplizierte Definition zu lesen, möchte ich hier versuchen, eine verständliche Erklärung der Einsteinschen Entdeckungen zu geben.
Einsteins Ahnen
Wie wir durch schrittweise Erkenntnis unser Universum verstehen lernten, wie wir den Begriff der Zeit allgemein
verwenden und was Zeit wirklich ist. Wie man Einsteins Theorien zu deuten vermag und wohin sie uns führen.
Das Thema ist sehr komplex und ich erhebe nicht den Anspruch, Einsteins Relativitätstheorie bis in alle Konsequenzen verstanden zu haben, denn das tun wohl die Wenigsten. Aber zumindest die Kernaussage ist mir anhand von Beispielen zugänglich. Die Meinung, Einsteins geniales astrophysikalisches Modell gipfele in der Formel "E=mc²" ist leider ein weit verbreiteter furchtbarer Irrtum. Ich werde versuchen, diesen Irrtum aufzuklären. Aber beginnen wir am Anfang.
Nachdem Aristoteles bereits 340 v Chr. davon überzeugt war, dass die Erde keine Scheibe ist und diese Annahme von Ptolemäus in dem nach ihm benannten ptolemäischen System (auch geozentrisches Weltbild genannt) konkretisiert wurde, hatte man ein Weltbild, mit dem man Jahrhunderte lang gut auskam. Nach diesem Modell stellte die Erde das Zentrum dar und um sie herum befanden sich auf verschiedenen Sphären der Mond, die Planeten, die Sonne und die Fixsterne. Dieses Modell erschien sogar der christlichen Kirche als akzeptabel, lies es doch genug Spielraum für Gott, Himmel und Hölle und wurde somit als in Einklang mit der Heiligen Schrift stehend erklärt.
Aristoteles war es auch, der annahm, alle Materie bestünde aus den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser und auf sie wirken letztendlich nur zwei Kräfte. Die Schwerkraft und der Auftrieb. Das erstaunliche ist, dass diese Aufteilung des Universums - in Materie und Kräfte - bis heute gebräuchlich ist!
Erst 1300 Jahre nach Ptolemäus prägte Nikolaus Kopernikus das heliozentrische Weltbild, welches die Sonne zum Mittelpunkt erklärte. Diese These wurde nochmals gut 100 Jahre später von Johannes Kepler und Galileo Galilei mittels genauerer Beobachtungen der Himmelskörper unterstützt.
Allerdings war auch diese These selbst für Kepler noch unvollständig, weil er die beobachteten elliptischen Umlaufbahnen der Planeten nicht mit seiner Vorstellung vereinbaren konnte, dass magnetische Kräfte die Planeten um die Sonne bewegten. Dies gelang erst 1687 Sir Isaac Newton in seiner "Philosophiae naturalis principia mathematica", mit der er quasi die Gravitation einführte und die Mechanik revolutionierte.
Newton lieferte zu der Theorie der Bewegung von Körpern auch gleich die mathematische Analyse und entwarf ein Gravitationsgesetz, welches besagt, dass jeder Körper im Universum von jedem anderen Körper angezogen wird. Die dabei wirkende Kraft (Gravitation) ist abhängig von der Masse und Entfernung der Körper. Mit dieser Kraft erklärte Newton auch die elliptischen Bahnen der Himmelskörper und widerlegte die Idee der ptolemäischen Himmelssphären.
Das Thema ist sehr komplex und ich erhebe nicht den Anspruch, Einsteins Relativitätstheorie bis in alle Konsequenzen verstanden zu haben, denn das tun wohl die Wenigsten. Aber zumindest die Kernaussage ist mir anhand von Beispielen zugänglich. Die Meinung, Einsteins geniales astrophysikalisches Modell gipfele in der Formel "E=mc²" ist leider ein weit verbreiteter furchtbarer Irrtum. Ich werde versuchen, diesen Irrtum aufzuklären. Aber beginnen wir am Anfang.
Nachdem Aristoteles bereits 340 v Chr. davon überzeugt war, dass die Erde keine Scheibe ist und diese Annahme von Ptolemäus in dem nach ihm benannten ptolemäischen System (auch geozentrisches Weltbild genannt) konkretisiert wurde, hatte man ein Weltbild, mit dem man Jahrhunderte lang gut auskam. Nach diesem Modell stellte die Erde das Zentrum dar und um sie herum befanden sich auf verschiedenen Sphären der Mond, die Planeten, die Sonne und die Fixsterne. Dieses Modell erschien sogar der christlichen Kirche als akzeptabel, lies es doch genug Spielraum für Gott, Himmel und Hölle und wurde somit als in Einklang mit der Heiligen Schrift stehend erklärt.
Aristoteles war es auch, der annahm, alle Materie bestünde aus den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser und auf sie wirken letztendlich nur zwei Kräfte. Die Schwerkraft und der Auftrieb. Das erstaunliche ist, dass diese Aufteilung des Universums - in Materie und Kräfte - bis heute gebräuchlich ist!
Erst 1300 Jahre nach Ptolemäus prägte Nikolaus Kopernikus das heliozentrische Weltbild, welches die Sonne zum Mittelpunkt erklärte. Diese These wurde nochmals gut 100 Jahre später von Johannes Kepler und Galileo Galilei mittels genauerer Beobachtungen der Himmelskörper unterstützt.
Allerdings war auch diese These selbst für Kepler noch unvollständig, weil er die beobachteten elliptischen Umlaufbahnen der Planeten nicht mit seiner Vorstellung vereinbaren konnte, dass magnetische Kräfte die Planeten um die Sonne bewegten. Dies gelang erst 1687 Sir Isaac Newton in seiner "Philosophiae naturalis principia mathematica", mit der er quasi die Gravitation einführte und die Mechanik revolutionierte.
Newton lieferte zu der Theorie der Bewegung von Körpern auch gleich die mathematische Analyse und entwarf ein Gravitationsgesetz, welches besagt, dass jeder Körper im Universum von jedem anderen Körper angezogen wird. Die dabei wirkende Kraft (Gravitation) ist abhängig von der Masse und Entfernung der Körper. Mit dieser Kraft erklärte Newton auch die elliptischen Bahnen der Himmelskörper und widerlegte die Idee der ptolemäischen Himmelssphären.
Eines der Gesetzte von Newton beruht auf Messungen von Galileo Galilei und sagt Folgendes aus: Die einwirkende Kraft
auf einen Körper ist immer bestrebt, die Geschwindigkeit des Körper weiter zu verändern. Sie ist nicht nur bestrebt,
ihn in Bewegung zu versetzen wie man früher glaubte. Wirkt auf einen Körper keine Kraft, so bewegt er sich
geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit. Das zweite Newtonsche Gesetz besagt, dass die Geschwindigkeit eines
Körpers proportional zur einwirkenden Kraft zunimmt [doppelte Kraft = doppelte Geschwindigkeit] und dass die
Beschleunigung um so kleiner ist, je größer die Masse des Körpers ist. Hier liegt auch die Ursache dafür, dass
Körper unterschiedlicher Masse im Vakuum gleich schnell fallen. Denn die doppelte Masse führt zwar zu doppelter
Anziehungskraft [Schwerkraft], aber die doppelte Masse bewirkt auch eine Halbierung der Beschleunigung. Beide
Wirkungen heben sich also exakt auf, so dass die resultierende Beschleunigung gleich ist.
Newtons Gravitationsgesetze konnten das Universum zwar nicht hinreichend und vollständig erklären, aber es war ein
enormer Schritt auf dem Weg dorthin. Seine Theorie führte jedoch zu einer der wichtigsten Erkenntnisse unserer
heutigen Physik. Eine Erkenntnis, die er selbst nicht anerkennen wollte, obwohl sie sich aus seinen Gesetzen ergab:
Es gibt keinen absoluten Ort und keinen absoluten Raum, d.h. es besteht keine eindeutige Möglichkeit, in einem
Bezugssystem aus zwei Objekten festzustellen, welches der beiden Objekte in Ruhe verharrt und welches sich relativ
zu dem anderen bewegt. Beide Objekte haben gleichberechtigte Vorraussetzungen. Es gibt ebenso keine Möglichkeit,
festzustellen, ob zwei Ereignisse die zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfanden, das auch am selben Ort taten.
Die Position von Ereignissen im Raum ist also abhängig vom Beobachter und keiner Beobachtung ist dabei ein Vorzug zu
geben.
Man stelle sich dazu eine Tischtennisplatte vor, die auf einer fahrenden Straßenbahn steht. Ein Tischtennisball
würde für einen Beobachter auf der Straßenbahn lediglich senkrecht hoch und runter springen und dabei innerhalb
kürzester Zeit zweimal an der selben Position im Raum die identische Stelle auf der Tischplatte berühren. Für einen
Beobachter, der außerhalb der Straßenbahn steht, würde der Ball zwar den selben Punkt auf der Tischplatte berühren,
dies aber an deutlich unterschiedlichen Orten im Raum tun, da sich die Straßenbahn in der Zwischenzeit einige Meter
vorwärts bewegt hat.
Dieser Umstand wird im Laufe des 19. Jahrhunderts schrittweise erkannt und ein wichtiger Aspekt in Einsteins Relativitätstheorie sein, allerdings erst gut 200 Jahre nach Newton.
Dieser Umstand wird im Laufe des 19. Jahrhunderts schrittweise erkannt und ein wichtiger Aspekt in Einsteins Relativitätstheorie sein, allerdings erst gut 200 Jahre nach Newton.
Der zweite Ansatzpunkt für Einstein ergab sich aus aus folgenden Experimenten: 1676, also 11 Jahre vor Newtons
Veröffentlichung über die Gravitation, stellte der Däne Ole Christensen Rømer fest, dass das Licht eine endliche
Geschwindigkeit hat (299.792 km/s im Vakuum). Im Jahr 1865 schlug der Engländer James Clerk Maxwell eine Theorie
vor, die die Ausbreitung des Lichts auf Basis der Elektrizität und des Magnetismus - zwei bis dahin getrennte
Teilgebiete der Physik - erklärte. Laut Maxwell ist Licht eine wellenförmige Störung im elektromagnetischen Feld und
hat eine konstante Geschwindigkeit.
Da aber Newtons Theorie keinen absoluten Ruhepunkt zur Beobachtung zuließ, musste man angeben, worauf sich die konstante Lichtgeschwindigkeit bezieht. Also postulierte man den "Äther", durch den sich das Licht ähnlich wie Schallwellen durch Luft fortbewegte und die Lichtgeschwindigkeit sei relativ zu diesem Äther konstant. Beobachter, die sich allerdings relativ zu diesem Äther bewegten, würden wiederum unterschiedliche Geschwindigkeiten des Lichts messen können, nahm man weiterhin an. Aber 1887 führten Albert Michelson und Edward Morley sehr genaue Messungen durch und konnten keine Abweichungen in der Lichtgeschwindigkeit feststellen!
Da aber Newtons Theorie keinen absoluten Ruhepunkt zur Beobachtung zuließ, musste man angeben, worauf sich die konstante Lichtgeschwindigkeit bezieht. Also postulierte man den "Äther", durch den sich das Licht ähnlich wie Schallwellen durch Luft fortbewegte und die Lichtgeschwindigkeit sei relativ zu diesem Äther konstant. Beobachter, die sich allerdings relativ zu diesem Äther bewegten, würden wiederum unterschiedliche Geschwindigkeiten des Lichts messen können, nahm man weiterhin an. Aber 1887 führten Albert Michelson und Edward Morley sehr genaue Messungen durch und konnten keine Abweichungen in der Lichtgeschwindigkeit feststellen!
Die spezielle Relativitätstheorie
1905 erklärte dann der bis dahin recht unbekannte Patentamt-Beamte Albert Einstein in seiner Veröffentlichung "Zur Elektrodynamik bewegter Körper", die Vorstellung vom Äther sei überflüssig, wenn man
sich vom Gedanken der absoluten Zeit trennt. Einstein kombinierte die Konsequenz aus den Newtonschen Gesetzten, "es
gibt keinen absoluten Raum", mit den Konsequenzen des Michelson-Morley-Experiements, "die Lichtgeschwindigkeit ist
immer konstant". Er forderte, dass die Naturgesetze für alle Beobachter und alle Bezugssysteme gleich sein müssen.
Einsteins Antrieb war dabei, den Widerspruch zwischen diesen beiden Gebieten zu lösen. Der Clou war, dass Einstein statt der Galilei-Transformation die aus der Elektrodynamik stammende Lorentz-Transformation auf die Mechanik anwandte. Die grandiose Schlussfolgerung Einsteins war nun, Raum und Zeit sind keine absoluten, unveränderlichen Größen mehr, sondern müssen sich mit der Bewegung eines Beobachters relativ zu seinem Bezugssystem verändern, um obiges Postulat zu erfüllen. Das war die einzig logische Erklärung für den Widerspruch und es ist die entscheidende Erkenntnis der speziellen Relativitätstheorie!
Einsteins Antrieb war dabei, den Widerspruch zwischen diesen beiden Gebieten zu lösen. Der Clou war, dass Einstein statt der Galilei-Transformation die aus der Elektrodynamik stammende Lorentz-Transformation auf die Mechanik anwandte. Die grandiose Schlussfolgerung Einsteins war nun, Raum und Zeit sind keine absoluten, unveränderlichen Größen mehr, sondern müssen sich mit der Bewegung eines Beobachters relativ zu seinem Bezugssystem verändern, um obiges Postulat zu erfüllen. Das war die einzig logische Erklärung für den Widerspruch und es ist die entscheidende Erkenntnis der speziellen Relativitätstheorie!
Anmerkung: Hierin liegt vermutlich Einsteins berühmtester, oft missverstandener Ausspruch "alles ist relativ"
begründet, womit er "lediglich" Raum und Zeit meint. Da aber für Menschen Raum und Zeit die wichtigsten
Orientierungspunkte sind, ist deren (Nicht-) Relativität auch sehr bedeutend für unsere Wahrnehmung. Dass Einstein
im selben Atemzug die Absolutheit der Lichtgeschwindigkeit vertrat, wird dabei gern vergessen, obwohl das der Kern
der Theorie ist.
Ein anschauliches Beispiel ist folgendes: Statt unserer Straßenbahn nehmen wir nun einen ICE, dessen Scheinwerfer
das Licht mit der üblichen Geschwindigkeit aussenden. Ein Lichtstrahl von einem sehr schnell fahrenden Zug wird aber
nicht schneller sein und auch nicht den Lichtstrahl eines stehenden Zuges einholen. Es gibt also keine Addition der
Geschwindigkeiten. Die Lichtgeschwindigkeit wird von jedem beliebigen Beobachter als gleich schnell gemessen und
stellt die absolute Obergrenze für alle Bewegungen von Körpern und Signalen dar, also auch für jegliche Information!
Nun treten als Ergebnis der speziellen Relativitätstheorie weitere Phänomene auf: die "Zeitdilatation" (Zeitdehnung), die "Längenkontraktion" sowie die Zunahme der Masse bei annähernder Lichtgeschwindigkeit. Und sie treten umso stärker auf, je mehr man sich der Lichtgeschwindigkeit ("c") nähert. Zeitdehnung und Längenkontraktion treten immer gemeinsam auf und sind lediglich abhängig vom Standort des Betrachters. Sich schnell bewegende Objekte sind für einen ruhenden Beobachter in der Länge verkürzt und deren Zeit vergeht langsamer.
Nun treten als Ergebnis der speziellen Relativitätstheorie weitere Phänomene auf: die "Zeitdilatation" (Zeitdehnung), die "Längenkontraktion" sowie die Zunahme der Masse bei annähernder Lichtgeschwindigkeit. Und sie treten umso stärker auf, je mehr man sich der Lichtgeschwindigkeit ("c") nähert. Zeitdehnung und Längenkontraktion treten immer gemeinsam auf und sind lediglich abhängig vom Standort des Betrachters. Sich schnell bewegende Objekte sind für einen ruhenden Beobachter in der Länge verkürzt und deren Zeit vergeht langsamer.
Zur Veranschaulichung zwei Beispiele: In unserem Beispiel sitzt nun eine Person mit einer Taschenlampe und einem
Spiegel in dem fahrenden ICE. Dieser Beobachter schaltet die Lampe ein und lässt den Lichtstrahl nach oben gegen den
Spiegel leuchten. Für ihn geht der Lichtstrahl senkrecht nach oben und wieder senkrecht zurück zur Lichtquelle und
legt dabei den Weg S¹ zurück. Dabei vergeht für ihn die Zeit T¹. Ein Beobachter außerhalb des Zuges sieht etwas
anderes. Während der Lichtstrahl von der Lampe losfliegt, den Weg bis zum Spiegel und wieder zurück zur Lampe
zurücklegt, bewegt sich der Zug vorwärts und somit auch der Spiegel. Also hat der zurückgelegte Weg des Lichtstrahls
die Form eines auf dem Kopf stehenden "V", der Weg des Lichtstrahls ist länger geworden, Beobachter 2 misst also den
Weg S². Er misst auch die Zeit T² für den gleichen Vorgang. Obwohl beide Beobachter unterschiedliche Bezugssysteme
für die Messung ihrer Lichtgeschwindigkeit benutzen, ist ihr Licht gleich schnell. Das geht nur, wenn für den
bewegten Beobachter auf dem Zug - aus Sicht des ruhenden Beobachters - die Zeit langsamer vergeht.
Die Zeitdilatation wurde später durch Abweichungen von Atomuhren an Bord von Flugzeugen gegenüber erdgebundenen
Uhren nachgewiesen. Bei der Untersuchung von Myonen wurde die Dilatation ebenfalls experimentell nachgewiesen. Diese
Teilchen entstehen beim Aufprall kosmischer Strahlung auf die Erdatmosphäre in großer Höhe. Myonen bewegen sich mit
annähernder Lichtgeschwindigkeit, haben aber eine sehr geringe Lebensdauer von lediglich 2 µ-Sekunden, in der sie
eigentlich nur 600 Meter zurücklegen. Trotzdem schaffen es diese Teilchen aus der oberen Atmosphäre bis auf die
Erdoberfläche.
Die Gleichzeitigkeit von Ereignissen wird durch diese Phänomene ebenfalls relativiert. Nur über die Ereignisse an
sich können sich verschiedene Beobachter einig sein, nicht über deren Ort oder Zeitraum dazwischen.
Ein Raumfahrer, beispielsweise Captain James T. Kirk, schießt mit seinem Phaser auf ein genau 300.000 km entferntes
Objekt. Sein Schuss bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit, erreicht das Objekt also genau nach einer Sekunde. Das
Objekt wird zerstört und sendet dabei in alle Richtungen einen Lichtblitz aus. Der Phaserschuss ist so energiereich,
dass er sich weiter in Schussrichtung bewegt und nach weiteren 300.000 km auf ein zweites Objekt trifft und dieses
zerstört. In Höhe dieses Objektes steht ein Beobachter, natürlich Mr. Spock. Der Lichtblitz von der Explosion des
ersten Objektes braucht bis zu Mr. Spock genau eine Sekunde. Gleichzeitig trifft der Phaser auf das zweite Objekt in
Spocks Nähe und er sieht, wie auch dieses zerstört wird. Für ihn passieren beide Zerstörungen gleichzeitig. Für
Captain Kirk sieht es anders aus.
Ein weiteres Ergebnis ist die Massenzunahme, die ein außen stehender Beobachter bei schnell bewegten Objekten
wahrnimmt. Die wohl bekannteste Formel der Welt E=mc² wird oft mit der
Relativitätstheorie gleichgesetzt. Sie ist in Wahrheit nur ein Teil davon und noch nicht einmal der bedeutendste.
Die Aussage ist, dass Masse und Energie gleichwertig sind und sich ineinander überführen lassen.
Fassen wir zusammen: Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant! Das muss sie sein, damit sie für jeden Beobachter unabhängig seines Bezugssystems gleich ist. Konsequenz daraus sind die nur relativ feststellbaren Bewegungen, die Zeitdehnung und Längenverkürzung eines bewegten Systems sowie der Relativcharakter von Raum und Zeit.
Weiter geht es in Teil 2 mit der allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik.
Fassen wir zusammen: Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant! Das muss sie sein, damit sie für jeden Beobachter unabhängig seines Bezugssystems gleich ist. Konsequenz daraus sind die nur relativ feststellbaren Bewegungen, die Zeitdehnung und Längenverkürzung eines bewegten Systems sowie der Relativcharakter von Raum und Zeit.
Weiter geht es in Teil 2 mit der allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik.